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Mädesüß

Autorenbild: Tina Flügel-BeckerTina Flügel-Becker

Aktualisiert: 12. Mai 2024


(Filipendula ulmaria, Spiraea ulnaria)


Der Name Mädesüß bezieht sich vermutlich zum einen auf seinem Duft, der nach der Mahd über den Wiesen hing, auf denen es wuchs oder weil seine Blüten zum süßen von Met verwendet wurden.


Eine wunderschöne Staude
Mädesüß

Mädesüß ist unter zwei wissenschaftlichen Namen bekannt: Filipendula ulmaria (Echtes Mädesüß) und Spiraea ulmaria (Spierkraut) und gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Im Volksmund wird es auch Spierstaude, Geißbart, Wiesengeißbart, Rüsterstaude, Bacholde, Federbusch, Geißripp, Sumpfspieren oder Wiesenkönigin genannt.



Geschichte: 

Schon in der Antike war Mädesüß wegen seiner heilenden Wirkung beliebt. Die keltischen Druiden verehrten Mädesüß als heilige Pflanze und verwendeten es in Heiltränken. Als Streukraut bekannt wurden die Blüten im Mittelalter wegen ihres honig-, mandelartigen Duftes bei Hochzeiten vor dem Brautpaar ausgestreut und zum süßen von Met verwendet. Imker nutzten das echte Mädesüß um ihre Bienen an den Bienenstock zu binden indem sie ihre Bienenstöcke damit ausrieben.

John Gerard (englischer Chirurg und Botaniker) schrieb 1597, dass ein Trank aus in Wein gekochten Blüten „Anfälle von Viertagefieber“ heile.

Berühmtheit erlangte Mädesüß, auch unter der Bezeichnung Spierkraut (Spiraea ulmaria) bekannt, als 1860 die aus der Pflanze isolierte Salicylsäure erstmals im Labor synthetisiert wurde. Dies führte dann später zur Entwicklung von Aspirin.



Beschreibung und Aussehen: 

Mädesüß ist in Europa und Asien heimisch und wächst auf moorigen feuchten Wiesen, an Gräben und Bachläufen, bevorzugt auf nährstoffreichen Böden an einer sonnigen bis halbschattigen Stelle.


Botanische Darstellung Filipendula ulmaria
Botanische Darstellung - Echtes Mädesüß


Größe: Das wunderschöne Staudengewächs kann 50 – 200 cm Höhe erreichen.


Stängel: Der langstielige Stängel ist kantig, kann manchmal auch rötlich gefärbt sein und verzweigt sich nach oben.  


Blätter: Die Blätter sind dunkelgrün, an der Unterseite silbrig flaumig behaart, unpaarig unterbrochen gefiedert, deutlich geädert und am Rand gekerbt und gezähnt. Sie sitzen bis zu 5 Paaren von großen Teilblättern mit dazwischen sehr kleinen zusätzlichen Teilblättchen-paaren am Stängel. Das große Endblatt ist 3 - 5-lappig.




Filipendula ulmaria
Botanische Darstellung - Echtes Mädesüß


Blüten: Die Blüten sind klein, cremig weiß, schaumig blühend und verbreiten einen intensiven honig-, mandelartigen Duft. Sie haben meist 5 Kronblätter und viele lange Staubblätter, 6 - 10 freie Fruchtblätter mit weißen Griffeln die in gelben Naben enden, sind zwittrig, sehr zahlreich in einer reich verzweigten Rispe (Spirre).

Blütezeit von Juni – August.


Frucht/Samen: Pro Blüte bilden sich winzige sichelförmig gekrümmte spiralig gedrehte aneinander geschmiegte Nüsschen, die die 1 mm großen Samen enthalten.





Inhaltsstoffe: Phenoglykoside (Salicylate), Ätherische Öle (Salicylaldehyd), Flavonoide, Gerbstoffe (Polyphenole) und Schleimstoffe sowie die Vitamine E und C.

 


Wirkung:

·      entzündungshemmend

·      fiebersenkend

·      antirheumatisch

·      antibakteriell

·      antiviral

·      harntreibend und

·      schweißtreibend

 


Verwendung:

Verwendet werden die Blätter, die Blüten, die Wurzeln und die unreifen (noch grünen) Früchte

 


Anwendungsgebiete:

·      Erkältungskrankheiten, auch fieberhafte Erkältungskrankheiten, bei denen Schwitzen und eine Förderung der Harnausscheidung gewünscht ist.

·      Kopfschmerzen

·      Akne

·      Sodbrennen

·      Magen-, Darmbeschwerden

·      Arthritis

·      Rheuma

·      Gicht

·      Blasen- und Nierenbeschwerden

·      zur Wundbehandlung

 

Bei der Kommission E und der ESCOP ist die Mädesüßblüte und das -kraut mit einem ausreichenden Nachweis der Wirksamkeit und der Unbedenklichkeit anhand der vorhandenen Studien aufgeführt.

Das HPMC hat Mädesüßkraut und -blüten als traditionelle pflanzliche Arzneimittel eingestuft.

 


Nebenwirkungen: keine

 


Anwendungsbeschränkungen: Asthmatiker oder Menschen mit einer Überempfindlichkeit auf Salicylate sollten Mädesüß nicht anwenden.

 


Dareicherungsform: Mädesüßtee ist wohl die gebräuchlichste Dareicherungsform zu verschiedensten Heilzwecken. Er wird aus jungen Blättern, Blüten oder Knospen hergestellt. Ebenso ist die Anwendung der Filipendula ulmaria Tinktur sehr häufig. Beliebt ist Mädesüß auch als Sirup. Es gibt einige homöopathische Komplexmittel in denen echtes Mädesüß in Form von Globuli, Tropfen oder Tabletten Verwendung findet. In homöopathischen Einzelmitteln und spagyrisch aufbereitet ist Mädesüß meist unter dem Namen Spiraea ulmaria erhältlich.

 


Naturkosmetik:

In der Kosmetik findet Mädesüß besonders wegen seiner beruhigenden, regenerationsfördernden und entzündungshemmenden Wirkung Anklang.

Hier ist auch ein ätherisches Öl aus Mädesüßblüten online zu erwerben.

 


Mädesüß in der Küche:

Mit immer größer werdender Beliebtheit findet sich Mädesüß in der Küche wieder.

 

Die Blüten, Blütenknospen und jungen Früchte eignen sich perfekt:

-     zum Verfeinern und Aromatisieren von Süßspeisen, Sahne und Getränken,

-     zur Herstellung von Gelees,

-     als Zugabe zum Obst beim einkochen von Konfitüren

-     zum Herstellen von Limonade und Sirup.

 

Mit den jungen Blättern kann man:

-     feingehackt Salate und Gemüse verfeinern,

-     Smoothies oder Spinat würzen, oder

-     Tee zubereiten.

 

Die Wurzel in geringer Menge gekocht passt gut:

-     zum Gemüse oder

-     zu Suppen

 

 

Anziehungspunkt für Insekten:

Das große Pollenangebot und der sehr süße Blütenduft des Mädesüß zieht viele Insekten wie Bienen, Fliegen, Käfer an und dient den Schmetterlingsraupen des Perlmutterfalters als Nahrungspflanze.

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Naturheilpraxis für traditionelle abendländische Medizin und Osteopathie, Tina Flügel-Becker, Heilpraktikerin & Osteopathin

Tübinger Straße 46, 72202 Nagold-Hochdorf

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